Herrn Werner sei Dank!
Presseerklärung vom 2. Februar 2007
Am vorläufigen Ende eines langen Planungsprozesses zum Neubau des E.ON Kraftwerks ist es an der Zeit, auch einmal Dank zu sagen.
Vielen Dank, Herr Bürgermeister Wolfgang Werner. Gut gemacht! Sie haben die Dinge wunderbar laufen lassen und damit dem hilfsbedürftigen Wirtschaftsunternehmen E-ON ein weites Feld überlassen. Eigene Positionen zum Nutzen der Stadt einzunehmen haben Sie sich tapfer versagt. Bei kritischen Fragen haben Sie immer E.ON zu aller erst am meisten geglaubt. Kronocarb hätten Sie auch wunderbar gefunden. Ist sonst alles in Ihrem Sinne gelaufen? Oder fehlt noch was? Haben Sie genug Pluspunkte bei den Konzernchefs sammeln können?

Ja, Sie haben richtig gelesen, wir verdanken unserem Bürgermeister,
• dass die Verwaltung im Rat die Entscheidungen zügig und wie erwartet zugunsten von E-ON durchdrücken konnte.

• dass Datteln schlechtere Umweltstandards erhält als andere Kommunen, die baugleiche Riesenkraftwerke erhalten.

• dass Datteln zukünftig ein zweiter Riesenkraftwerksblock droht, der durch die aktuellen Fehlentscheidungen in Rat und Verwaltung nur sehr schwer zu verhindern sein wird.

• dass ein Energiekonzern es in Datteln es noch einmal schaffte, eine überlebte Energiestruktur mit zentralen Großkraftwerken in die nächsten Jahrzehnte zu retten und nicht das für den Klimaschutz zu tun, was möglich und dringend geboten ist.

Dank Wolfgang Werner bekommen wir keine Einhausungen der Kohlelagerplätze. E-ON konnte überzeugen. Wir verwenden lieber Jahre alte Schutzvorschriften, nach denen alles schon nicht so schlimm werden wird. Die nächsten Anwohner der Kohlehalden sind nur 300 Meter entfernt? Sie haben leider Pech gehabt. Ach, der Rat hat einstimmig gefordert, die Einhausungen sollen kommen? Leider auch Pech gehabt.
Die Bezirksregierung Münster kann dies nicht zu einer Bauauflage machen. Warum nicht, fragen Sie? Weil der Beschluss fadenscheinig ist, so fadenscheinig, wie die gesamte Ratssitzung, in der er erfolgte. Herrn Werner sei Dank!

Das einzige, was die Bezirksregierung Münster veranlasst hätte, in den Auflagen E-ON gegenüber bürgerfreundlicher und verbindlicher zu werden, wäre ein entsprechend veränderter und durch den Rat beschlossener Bebauungsplan gewesen.
Ach ja, der Planungsamtsleiter hatte abgeraten, so vorzugehen! Nein, wie schön. Eine Zeitverzögerung wäre eingetreten? Nein, wie grässlich. E-ON Auflagen machen? Undenkbar! Aber, Herrn Werner sei Dank! Jetzt wird die erste Teilgenehmigung kommen und zwar fast so, wie E-ON sie von Anfang an wünschte, ohne zu viel lästige und bürgerfreundliche Auflagen.

Es kommt also, das Riesenkraftwerk. 1100 MW kraftstrotzende Leistung, gewaltige Kühlturmmaschine zur Vernichtung von Wärmeenergie. Was springt für Datteln dabei raus? Wurde eine Kanalquerung für Radfahrer vertraglich eindeutig festgezurrt, damit wenigstens dieser Nachteil ausgeglichen wird? Fehlanzeige, Herrn Werner sei Dank!

Schließt der Flächennutzungsplan die Errichtung eines zweiten Kraftwerkblocks in der Zukunft aus, damit wir wenigstens nicht auch noch das erdulden müssen? Fehlanzeige, Herrn Werner sei Dank!
Ach, es wird schon nicht so schlimm werden, meinen Sie? E-ON baut den Hafen nur deswegen zweimal so groß, wie für ein einziges 1100 MW Kraftpaket benötigt, damit die Freizeitskipper mehr Platz auf dem Kanal haben? Und wir glauben auch weiterhin an den Osterhasen?

Werden auf dem Baugrundstück wichtige und wertvolle Biotope durch eine entsprechende Placierung der Baukörper auf dem Gelände geschont und erhalten? Fehlanzeige, Herrn Werner sei Dank!
Herr Werner, Sie haben sich mit aller Kraft eingesetzt. E.ON wird es zu schätzen wissen. Wir hoffen, alle Dattelner Bürger haben verstanden. Herr Werner, wir danken Ihnen!

Wählergemeinschaft Die Grünen gez. Klaus Otto Bösche
Zum Vorbescheid
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