B 474n: Wo liegt der Sinn eines Straßenstummels?
Stellungnahme der Wählergemeinschaft Die Grünen v. 28.1.2005
Nach den Berichten über das Treffen der Ostveststädte mit dem Landrat gab es in der Presse mehrere Veröffentlichungen zum Thema B 474n. Die Fraktion der Wählergemeinschaft Die Grünen im Rat der Stadt Datteln möchte zu einigen Aussagen in den Artikeln Stellung nehmen und den Dattelner Bürgern Informationen und Gedankenanstöße zukommen lassen.

In der Dattelner Presse war es zu lesen: Die Dattelner Verwaltung hält am Bau der
B 474n fest, egal in welcher Form sie gebaut wird, Hauptsache, die Straße kommt –
4-spurig/ 2-spurig / mit oder ohne Waltrop und Castrop.

Die Wählergemeinschaft Die Grünen vermisst eine Gesamtbewertung von Kosten und Nutzen der Straße. Mit dem Bau haben die Dattelner Bürger einige Kröten zu schlucken: In Datteln durchschneidet die B 474n einen äußerst sensiblen Bereich, der jetzt für die Freizeit genutzt wird. Sie führt direkt an Sportstätten, Freizeitgärten und Campingplätzen vorbei. Der Kanal und die Freizeitnutzung am Kanal sollen zu einem Schwerpunkt der Stadtentwicklung werden. Doch mit dem Bau der Straße wird diese Nutzung gerade dort behindert, wo sie jetzt schon stattfindet. Der ungehinderte Zugang zur freien Natur wird unwiederbringlich abgeschnitten. Nicht zuletzt müssen die Befürworter der Straße bereit sein, mit der Dammlage und der Brücke über Alte und Neue Fahrt die größte Kröte zu schlucken. Die Grünen halten es für unredlich, den Bau eines Straßenstummels auf Dattelner Gebiet als Umgehungsstraße und Erschließung der Rieselfelder zu verkaufen. Ein Blick auf die Karte genügt: Wie soll eine Straße in nord-östlicher Stadtrandlage den Süden von Verkehr entlasten?

Wenn die Straße nicht als ganze gebaut werden sollte, scheint uns die Vorstellung abwegig, dass ein Ministerialbeamter in klammen Zeiten eine Finanzierungszusage machen kann. Worin sollte der Nutzen einer Steuerverschwendung für den Bau eines Straßenstummels liegen? Wenn es um die B 474n als Ganze geht, ist es unredlich von einer Verkehrsentlastung der Castroper Straße um 8000 Fahrzeuge pro Tag zu sprechen. Alle bisherigen Verkehrszählungen sprechen von einer viel geringeren Entlastung. Die Entlastung der Castroper Straße wird durch den Bau der B 474n nicht wirklich spürbar sein. In einigen Teilen der B 235 werden sogar mehr Fahrzeuge fahren.

Also sollten wir uns um eine wirkliche Verbesserung der Verkehrssituation auf der Castroper Straße kümmern. Die Bewohner der Castroper Straße wurden schon seit über 20 Jahren vertröstet auf die Verbesserung der Wohnqualität durch die B 474n. Starren wir nicht weiter auf die B 474n, denn dann geht es den Bewohnern der Castroper Straße auch weiterhin wie bisher schlecht mit dem Straßenverkehr. Denken wir lieber schon heute über Verbesserungen nach, die auch umsetzbar und spürbar für die Anwohner sind.



Klaus Otto Bösche
Theodor Beckmann
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