Kritischer Geschäftsbericht
"Die Geschäfte von E.ON 2007/2008"
 
Foto: Heffa Schücking auf der E.ON Hauptversammlung
Heffa Schücking auf der E.ON Hauptversammlung
Bei der mehrjährigen Beobachtung der Vorgehensweise von E.ON entpuppte sich dieses weltweit agierende Unternehmen als ein Konzern, dem vieles anzulasten ist und der reichlich Probleme macht.
Wenn E.ON sich nun aufgrund seiner großen Finanzkraft mit dem neuen “Infozentrum“ in unserer Stadt ein weiteres Forum für eine unkritische und schönredende Selbstdarstellung schafft, soll es E.ON nicht erspart werden, dass auch kritische Stimmen versuchen, sich Gehör zu verschaffen. Es lassen sich viele Dinge beim Namen nennen, die E.ON von sich aus lieber ausblendet. So ist zum Beispiel in Datteln kaum bekannt, dass E.ON am Pannen-Atomreaktor in Krümmel zur Hälfte beteiligt und in Deutschland der größte Produzent von Atommüll ist.

Die Wählergemeinschaft Die Grünen findet, dass in dem e.on-kritischen Geschäftsbericht von urgewald e.V. weitere Angaben und Hinweise stehen, die einfach dazu gehören, wenn man sich von dem auch in Datteln aktiven Stromkonzern ein ungeschminktes, realistisches Bild machen will. Daher sind die Grünen bemüht, die Existenz dieses neuen Berichtes in unserer Stadt bekannt zu machen und ihn aktiv zu vertreiben. Weil in dem Kapitel über Kohlekraftwerke auch das neue Dattelner Kraftwerk kritisch beleuchtet wird, dürfte der Bericht außer für die politisch Tätigen auch für die Dattelner Bevölkerung von Interesse sein. Einzelexemplare können per e-mail bei den Dattelner Grünen angefordert werden (info@gruene-datteln.de). Der Bericht kann auch über den nebenstehenden Link heruntergeladen werden.

Bei E.ON selbst ist der kritische Geschäftsbericht gut bekannt, denn er wurde am 30. April in Essen bei der E.ON Hauptversammlung präsentiert. Der Inhalt wird den Managern übel aufgestoßen sein, denn er macht es nicht leichter, für die Linie des Hauses E.ON die notwendige Akzeptanz zu gewinnen. Skandalöse Vorkommnisse und die dreiste Preispolitik haben die Stromkonzerne inzwischen auf der Ansehensskala ganz nach unten rutschen lassen. Bislang treu ergebene Kunden wandern ab. Immer mehr Menschen durchschauen, dass Klimaschutz bei den großen Stromkonzernen nicht wirklich in guten Händen ist und dass diese eine Energiewende entschlossen unterlaufen.

Bezeichnend ist in dieser Hinsicht die jüngste Pressemitteilung von E.ON. Man wird den aus dem Jahre 1970 stammenden Kraftwerksblock D (345 MW) im Kraftwerk Gelsenkirchen-Scholven nicht, wie lange geplant und angekündigt, im Jahre 2010 stilllegen. Er soll im nächsten Sommer ertüchtigt und noch weitere Jahre weiter betrieben werden.
Zum Geschäftsbericht
von "urgewald e.V."
Externer Link, wird in neuem Browser-Fenster geöffnet www.projekt21plus.de

Foto: Altes Kraftwerk Datteln
Das alte Kraftwerk in Datteln
E.ON begeht mit dieser Maßnahme einen klaren Wortbruch,
denn im Genehmigungsverfahren für das Dattelner Kraftwerk wurde zur Beschwichtigung immer wieder angegeben, neben dem Kraftwerk Shamrock in Herne und dem Altkraftwerk Datteln würde als Drittes auch ein Block in Scholven ausgemustert, nämlich der jetzt in Rede stehende Block D.

Ist der Scholvener Block D bei Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks Datteln 4 weiter am Netz, ist alles Reden von Umweltentlastung durch das “moderne“ Dattelner Kraftwerk Makulatur. Alles Selbstlob im neuen Infozentrum kann E.ON sich dann ruhig schenken. Dann stehen 435 MW stillgelegte Kapazität einem Neuzugang von 1100 MW gegenüber. Das bedeutet eineindeutig Zunahme bei allen relevanten Schadstoffen für unsere Region.

Fällt man auf die E.ON Fernsehwerbung herein, produziert der Konzern Strom aus modernsten Gezeitenkraftwerken. Doch solche Kraftwerke existieren bisher nur auf dem Papier und als kleiner Prototyp. Tatsächlich kommt der E.ON Strom unnötig lange aus besonders klimaschädlichen Dreckschleudern, die man aus Gewinn-interessen nicht ausmustert.

Dattelner sollten im neuen “Infozentrum“ genau und skeptisch hinschauen. Es dürfte mit Hilfe des vorliegenden kritischen Geschäftsberichtes nicht schwer sein, E.ON beim beliebten “Greenwashing“ (man hängt sich ein grünes Mäntelchen um und verbirgt das eigentliche schmutzige Geschehen) zu ertappen.
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