Hitzeaktionsplan für Datteln

Die Stadt trägt Verantwortung für die Gesundheit und Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger 

Die Folgen der Klimakrise sind längst spürbar: Extreme Hitzeereignisse führen bereits heute auch in Datteln zu zahlreichen gesundheitlichen Belastungen und Todesfällen. Die Klimakarte der Stadt Datteln zeigt, dass die bebauten Teile der Stadt besonders betroffen sind, da sie sich durch den Wärmeinseleffekt deutlich stärker aufheizen als ihr Umland. Versiegelte Flächen, Beton, Asphalt und fehlende Begrünung speichern Wärme und sorgen dafür, dass sich die Hitze tagsüber aufbaut und die Stadt sich nachts nur langsam abkühlt. 

Klimakarte von Datteln mit farbiger Darstellung der Wärmebelastung. Dicht bebaute Stadtbereiche sind besonders stark betroffen.
Stadt Datteln, Klimaanpassungskonzept, Juni 2025 | Klimakarte der Stadt Datteln: Bebaute Bereiche heizen sich bei Hitze deutlich stärker auf als ihr Umland. Quelle: Stadt Datteln, Klimaanpassungskonzept, Juni 2025.

Während der zurückliegenden Hitzewelle wurde vielerorts berichtet, dass Menschen gezielt klimatisierte Supermärkte aufsuchten, um sich wenigstens für kurze Zeit abzukühlen. An Sonn- und Feiertagen besteht diese Möglichkeit jedoch nicht. Gleichzeitig zeigen Medienberichte immer wieder, dass langanhaltende Hitze insbesondere in aufgeheizten Dachgeschosswohnungen zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann.

Auf der Grundlage der Erfahrungen der zunehmenden Zahl an Hitzetagen hat BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN In einer Anfrage an die Stadtverwaltung angeregt zu prüfen, inwieweit „Kühle Orte“ als kurzfristige Schutzmaßnahmen für Bürgerinnen und Bürger bereitgestellt werden können. Eine solche Maßnahme könnte insbesondere älteren Menschen, Familien mit kleinen Kindern sowie gesundheitlich vorbelasteten Personen helfen und wäre ein sinnvoller Baustein eines kommunalen Hitzeaktionsplans.

Karte der Region Datteln mit Darstellung kühler Orte und kühlerer Bereiche als Orientierung bei Hitze.
RVR Geoportal Ruhr: Kühle Orte in NRW – https://kuehleorte.geoportal.ruhr/ | Karte des RVR-Geoportals mit kühlen Orten in Datteln und Umgebung. Sie unterstützt die Orientierung bei Hitzeereignissen. Quelle: RVR Geoportal Ruhr.

In ihrer Antwort bekräftigt die Verwaltung unseren Vorstoß, dass im Rahmen des kommunalen Hitzeaktionsplans, der gerade aufgestellt wird, solche „Kühlen Orte“ künftig als Angebote aufgenommen und bei entsprechenden Hitzewarnungen öffentlich bekannt gemacht werden sollen. Ziel sei es, ein möglichst flächendeckendes und niedrigschwelliges Angebot zu schaffen, das insbesondere hitzegefährdeten Menschen und betroffenen vulnerablen Gruppen zugute kommt. Neben schattigen und kühlen Orten im Außenbereich werden dabei auch öffentliche Gebäude betrachtet, die bei hohen Außentemperaturen als zeitweilige Rückzugsorte dienen könnten. An extrem heißen Tagen sollten den Bürgerinnen und Bürgern dann dementsprechende Informationen und Handlungsempfehlungen zur Verfügung gestellt werden. 

Im Detail:

Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatte vier Fragen an Bürgermeister André Dora gerichtet und die folgenden Antworten bekommen:

1. Hat die Stadtverwaltung geprüft, bei langanhaltenden Hitzeperioden sogenannte „Kühle Orte“ oder „Kühlinseln“ als kurzfristige Schutzmaßnahme einzurichten?

Ja. Im Rahmen der derzeitigen Erstellung des kommunalen Hitzeaktionsplans werden verschiedene Maßnahmen zur Hitzevorsorge geprüft. Hierzu gehört auch die Identifizierung sogenannter „Kühler Orte“. Neben schattigen und kühlen

Orten im Außenbereich, werden dabei auch öffentliche Gebäude betrachtet, die bei hohen Außentemperaturen als zeitweilige Rückzugsorte dienen könnten.

Bereits im Rahmen der Erarbeitung des integrierten Klimaanpassungskonzepts wurden im Zuge der Bürgerbeteiligung kühle Aufenthaltsorte im Außenbereich erfasst und dokumentiert. Diese Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Erstellung des Hitzeaktionsplans ein. Beide Konzepte wurden bzw. werden integral entwickelt und eng aufeinander abgestimmt. Dadurch werden Synergien genutzt, Doppelstrukturen vermieden und Maßnahmen sinnvoll miteinander kombiniert.

2. Könnte beispielsweise die klimatisierte Stadthalle oder ein anderes städtisches Gebäude während der heißesten Tagesstunden als Aufenthaltsort für Bürgerinnen und Bürger geöffnet werden?

Ob und in welchem Umfang städtische Gebäude, wie beispielsweise die Stadthalle oder andere geeignete Einrichtungen bei extremen Hitzeereignissen als Aufenthaltsorte genutzt werden können, wird derzeit geprüft. Dabei sind unter anderem die technische Eignung der Gebäude sowie personelle Rahmenbedingungen, Brandschutz, etc. zu berücksichtigen. Ebenso wird untersucht, wie geeignete „Kühle Orte“ künftig bei Hitzewarnungen kommuniziert werden können.

3. Welche klimatisierten öffentlichen Gebäude stehen grundsätzlich zur Verfügung und wären geeignet, bei extremen Hitzeereignissen zeitweise als kühle Aufenthaltsorte genutzt zu werden?

Eine Übersicht geeigneter Gebäude liegt derzeit noch nicht abschließend vor. Die Verwaltung wird im Rahmen der Erstellung des Hitzeaktionsplans prüfen, welche öffentlichen Einrichtungen grundsätzlich als „Kühle Orte“ geeignet sind und unter welchen Voraussetzungen sie im Bedarfsfall genutzt werden können.

Darüber hinaus ist sich die Verwaltung bewusst, dass wirksamer Hitzeschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist und nicht allein durch kommunale Einrichtungen gewährleistet werden kann. Deshalb soll auch geprüft werden, inwieweit z. B. Kirchen, oder andere öffentlich zugängliche Gebäude in ein stadtweites Netzwerk für „Kühler Orte“ eingebunden werden können.

4. Ist vorgesehen, solche Angebote künftig im Rahmen des kommunalen Hitzeaktionsplans aufzunehmen und bei entsprechenden Hitzewarnungen öffentlich bekannt zu machen?

Ja. Im Rahmen des Hitzeaktionsplans wird auch untersucht, wie und wann geeignete „Kühle Orte“ künftig bei Hitzewarnungen kommuniziert werden können. Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern niedrigschwellige Informationen und Handlungsempfehlungen zur Verfügung zu stellen. 

Darüber hinaus fand am 18. Juni 2026 eine öffentliche Bürger*innen-Veranstaltung zum Hitzeaktionsplan in der Stadthalle statt (weitere Veranstaltungen sind zur Zeit in Planung). Die dort eingebrachten Hinweise sowie die derzeit laufende Online-Beteiligung unter https://datteln.cool-im-sommer.de/ fließen unmittelbar in die weitere Ausarbeitung ein. Ziel ist es, gemeinsam mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren ein möglichst flächendeckendes und niedrigschwelliges Angebot zu schaffen, das insbesondere hitzegefährdeten Menschen und betroffene vulnerable Gruppen zugutekommt.

Über die Ergebnisse der Prüfungen und die im Hitzeaktionsplan vorgesehenen

Maßnahmen wird die Verwaltung im Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsausschuss bzw. im Rat der Stadt Datteln berichten.