Kommunalwahlprogramm 2025

Kommunalwahlprogramm 2025 (PDF)

Liebe Dattelnerinnen und Dattelner,

unsere Stadt steht an einem Wendepunkt. Der Klimawandel ist längst auch vor Ort spürbar: Hitzesommer, Starkregen und ein Rückgang der Artenvielfalt fordern von uns klare und mutige Entscheidungen. Gleichzeitig wachsen soziale Ungleichheiten, viele Menschen sorgen sich um steigende Mieten, steigende Energiepreise und eine sichere Zukunft für ihre Kinder. Der demografische Wandel stellt unsere soziale Infrastruktur auf die Probe.
Und die digitale Transformation verändert nicht nur unsere Arbeitswelt, sondern auch, wie wir miteinander kommunizieren, lernen und Demokratie leben.

Wir GRÜNEN stellen uns diesen Herausforderungen mit Entschlossenheit, mit Ideen aus der Mitte der Stadtgesellschaft und mit Verantwortung für kommende Generationen. Für uns bedeutet Politik nicht nur zu reagieren, sondern Zukunft aktiv zu gestalten.

Wir wollen Datteln zu einer Stadt machen, die für alle lebenswert ist – unabhängig von Einkommen, Herkunft, Geschlecht, Alter oder Beeinträchtigung. Eine Stadt, die Klimaschutz ernst nimmt, soziale Gerechtigkeit verwirklicht, Inklusion fördert und digitale Chancen allen eröffnet.

Dieses Wahlprogramm ist unsere Einladung: Lasst uns gemeinsam Datteln gestalten – nachhaltig, gerecht, inklusiv, mutig und offen für neue Wege.

WOHLSTAND SICHERN, KLIMA SCHÜTZEN

Seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen ist die Durchschnittstemperatur im Kreis Recklinghausen um 1,7°C
gestiegen – ein klarer Hinweis auf den fortschreitenden Klimawandel. Diese Erwärmung liegt über dem bundesweiten und nordrhein-westfälischen Durchschnitt, was zeigt, dass die Auswirkungen der Klimaerwärmung auch bei uns deutlich spürbar sind. Was vor einigen Jahren noch als mögliche Entwicklung galt, ist inzwischen eine unumstrittene Realität: Die Veränderung ist konstant, und sie ist menschengemacht.

Um die Zukunft der Menschen im Kreis Recklinghausen zu sichern und unseren Wohlstand zu bewahren, streben wir bis 2035 einen klimaneutralen Kreis an. Nur so können wir den Klimawandel bremsen und die Lebensqualität für alle schützen.

I. Erneuerbare Energie, sichere Energie

Für uns GRÜNE ist der Ausbau erneuerbarer Energien nicht nur ein entscheidender Schritt zum Klimaschutz, sondern auch eine Möglichkeit, unseren Wohlstand und unsere Unabhängigkeit zu sichern. Denn der Ausbau erneuerbarer Energien bietet nicht nur eine sichere, klimafreundliche Energiezukunft, sondern führt zu Gewerbesteuereinnahmen und schafft wertvolle Arbeitsplätze in Montage und Wartung.

Neben der Windkraft können wir auch auf die Geothermie und Photovoltaik setzen, um regionale, saubere Energie zu erzeugen. Unsere Region bietet durch zahlreiche geeignete Standorte für Windkraftanlagen und ungenutzte Dachflächen großes Potenzial, um einen erheblichen Teil der benötigten Energie selbst zu erzeugen – nachhaltig und regional. Wir befürworten die Gründung von
Bürgerenergiegenossenschaften.

Im Gegenzug sprechen wir uns aus gegen die Nutzung fossiler Energien zur Stromerzeugung. Wir begrüßen das langsame Auslaufen und das baldige Ende von Datteln 4. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten der Nutzung regenerativer Energien in unserer Stadt
(Windkraft, PV-Anlagen, newEnergyPark) verwehren wir uns ausdrücklich auch gegen die Stromerzeugung mithilfe von Gas.

Das wollen wir angehen:

– Stopp der Nutzung fossiler Energien zur Stromerzeugung
– Windkraft-Ausbau mit Bürgerbeteiligung
– Initiative Solar für alle
– Weniger Bürokratie für klimafreundliche Projekte

Gemeinsam viel bewegen

Wir wollen Datteln nachhaltiger machen. Der Klimawandel ist eine Gefahr, die wir nur lösen, indem wir als Gesellschaft zusammenhalten. Unser Ziel ist es, alle Akteure unserer Gesellschaft dazu in die Lage zu versetzen, effektiven Klimaschutz zu betreiben. Wir werden Anreize für lokale Unternehmen schaffen, Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und ihren CO₂-Fußabdruck zu verringern. Wir werden – in enger Partnerschaft mit zivilgesellschaftzivilgesellschaftlichen Organisationen – Klimaschutzprojekte unterstützen. Dabei werden wir es allen Bürgerinnen und Bürgern erleichtern, ihren Alltag nachhaltig zu gestalten.

Das wollen wir angehen:

– Ausbau des städtischen Förderprogramms Klimaschutz und Klimaanpassung
– Allianzen mit der Zivilgesellschaft bilden
– Unternehmen bei der klimatischen Transformation unterstützen

Wir wollen eine Rollenumkehr. Viele Unternehmen sehen die Verwaltung als Hindernis für Innovation und Fortschritt. Das muss sich ändern.

Mutig vorgehen, Beispiele schaffen

Unser Ziel ist es, dass die Stadt Datteln eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnimmt. Besonders die städtischen Liegenschaften schaffen hier Möglichkeiten für Gestaltung. Jedes Gebäude im Besitz der Stadt soll mit Photovoltaik ausgestattet werden und den höchsten energetischen Standard haben.

Das wollen wir angehen:
Vorbild sein für Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft
Langfristige Investitionen, die sich lohnen
Unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Datteln spürbar. Die Sommer werden immer heißer, die
Winter milder und kommen später, und das Wetter spielt immer öfter verrückt – Hagel im Juni und immer
stärkere Regenfälle im Winter. Der Klimawandel ist längst bei uns angekommen. Neben einem konsequenten Klimaschutz unterstützen wir die Klimaanpassungsinitiative der Stadt:
denn Klimaanpassung ist präventiver Bevölkerungsschutz. Ziel grüner Politik ist es, Probleme zu verhindern, bevor sie entstehen. Es bringt nichts, den Keller immer wieder leer zu pumpen – wir müssen dafür sorgen, dass er nicht mehr vollläuft. Deshalb setzen wir uns für eine flächendeckende Erstellung von Starkregengefahrenkarten ein und unterstützen Initiativen, um Datteln in eine Schwammstadtregion zu verwandeln: eine Region, die überschüssiges Wasser – etwa durch Starkregen – speichert und es in Dürrezeiten wie ein Schwamm wieder abgibt. Dabei treiben
wir Initiativen zur Blauen und Grünen Infrastruktur voran. Besonders das Pflanzen von Stadtbäumen und das Schaffen von Wasserspeichern sind kostengünstige und effektive Maßnahmen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern.

Das wollen wir angehen:

– Erstellung flächendeckender Starkregengefahrenkarten
– Transformation der Stadt in eine Schwammstadtregion
– Umsetzung eines ambitionierten Hitzeaktionsplans
– Gestaltung klimaangepasster Liegenschaften der Stadt
– Maßnahmen wie die Anlage von Blühwiesen, die Begrünung
von Fassaden und die Schaffung von schattenspendenden
Baumgruppen, ökologischen und pädagogischen Mehrwert bieten.

Mutig sein, für die Zukunft planen


Durch die Reduzierung bürokratischer Vorgaben für Testvorhaben wird die Möglichkeit geschaffen, neuartige Technologien schneller und einfacher zu erproben. Angesichts der Dringlichkeit des Klimawandels ist die Entwicklung
solcher Technologien wichtiger denn je. Sie schützt die Bürgerinnen und Bürger und schafft gleichzeitig neue Arbeitsplätze. So können zum Beispiel Stadtstraßen als Versuchslabor für klimaangepasste Straßenbeläge dienen.

Klimaanpassung muss sozial gerecht sein. Gerade städtische Quartiere, die dicht bebaut sind, sind besonders durch die Folgen des Klimawandels gefährdet, wenig Grün verstärkt Hitzeinseleffekte.

Das wollen wir angehen:
– Einführung von Real-Laboren für Klimaanpassung
– Klimaanpassung sozial gerecht gestalten – besondere Berücksichtigung
von städtischen Quartieren, die dicht bebaut sind, und deren spezifische
Bedürfnisse im Kontext von Klimafolgen wie Hitzewellen.

Kern grüner DNA ist das Wissen darum, dass wir die Welt von unseren Kindern nur geborgt haben. Daher haben wir immer und werden immer für einen besseren Morgen und eine Welt eintreten, in der Menschen im Einklang mit ihrer Umwelt leben.

Menschlich sein, Tierrechte schützen

Unser Einsatz für Tiere ist ein zentraler Bestandteil unserer politischen Arbeit. Tiere sind fühlende Lebewesen, die Respekt, Schutz und ein Leben frei von Leid verdienen. In unserer Stadt setzen wir uns konsequent für den Ausbau und die Stärkung von Tierrechten ein, um dem Anspruch einer tiergerechten und nachhaltigen Gesellschaft gerecht zu werden.

Haustiere und Stadttiere besser schützen

Auch Haustiere und Tiere, die in städtischen Gebieten leben, verdienen unseren Schutz. Gerade freilebende Katzen, Stadttauben und andere wildlebende Tiere in urbanen Gebieten benötigen gezielte Maßnahmen, um ihr Wohlergehen zu sichern und ein friedliches Miteinander mit der städtischen Bevölkerung zu ermöglichen. Wir setzen uns daher dafür ein, dass auch in städtischen Räumen Lebensbedingungen geschaffen werden, die Tieren Schutz, Nahrung und Sicherheit bieten und die Verantwortung der Menschen für ihre Mitgeschöpfe
deutlich machen. Ein regelmäßiger Austausch mit Tierschutzvereinen, Tierheimen und Fachleuten ist dabei für uns von zentraler Bedeutung.

Das wollen wir angehen:

– Mehr Unterstützung für Auffangstationen: Diese leisten eine unschätzbare
Arbeit, stehen aber häufig vor finanziellen und personellen Herausforderungen.
Wir fordern eine Aufstockung der kommunalen Zuschüsse, damit diese wichtigen
Einrichtungen langfristig gesichert sind.
– Förderung von Bildungsarbeit: Aufklärung über artgerechte Tierhaltung und
die Verantwortung von Haustierbesitzerinnen und -besitzern ist ein zentraler
Baustein, um Tierleid zu verhindern.

Naturschutz und Klimaschutz: Erhalt wertvoller Landschaften

Die Dillenburg im Westen der Stadt ist ein land- und forstwirtschaftlich genutztes Gebiet, das sich nicht nur durch Lebensräume für seltene Tierarten auszeichnet, sondern auch einen hohen Erholungswert bietet, der von den Bürger und Bürgerinnen stark genutzt wird. Wir lehnen die Pläne ab, auf diesem Gebiet Schwerindustrie anzusiedeln.

Das wollen wir angehen:
– Schutz und Pflege der Dillenburg – Keine Industrieansiedlung in einem Gebiet, das sowohl ökologischen als auch hohen Erholungswert für die Bürgerinnen und Bürger hat.

Die Debatte um das newPark-Projekt begleitet uns seit Jahren. Die Zukunft unserer Region hängt davon
ab, wie wir mit unseren wertvollen Naturräumen umgehen. Das Projekt newPark steht exemplarisch für
die Herausforderungen, vor denen wir stehen. Wir setzen uns für eine nachhaltige Entwicklung ein, die
Ökologie und Ökonomie in Einklang bringt.

Wir sind uns einig:
– Der newPark, sei es die alte Planung oder die „Greentech 2.0“-Planung,
zerstört den landwirtschaftlich genutzten Naturraum der „Rieselfelder“.
– Die im Landesentwicklungsplan und Flächennutzungsplan vorgesehene
Industrialisierung vernichtet dringend benötigte landwirtschaftliche Flächen.
– Eine Industrialisierung führt zu unnötigem Flächenverbrauch, obwohl in NRW
und auch im Raum Datteln-Waltrop genügend Industriebrachflächen für
neue Ansiedlungen zur Verfügung stehen.
– Eine Industrialisierung in der Nähe des FFH-Gebiets Lippeauen gefährdet
den Erhalt und die Entwicklung dieses europäischen Schutzgebiets.
– Jegliche notwendige Infrastruktur, wie Verkehrs- und Leitungswege sowie
soziale Einrichtungen (Wohnungen, Kindergärten, Schulen), fehlt sowohl
auf der Fläche als auch im Umfeld.

Das wollen wir angehen:


– Wir setzen uns für die Realisierung eines newEnergy-Parks in den Rieselfeldern ein, der mit
Windkraftanlagen und Agri-PV ausgestattet wird. Dies stellt die einzige tragfähige-
Kompromisslösung dar, um die Industrialisierung dieses Naturraums zu verhindern.
– Der newEnergy-Park soll den Wandel in der Region voranbringen und einen
bedeutenden Beitrag zur lokalen Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen
leisten – und das direkt in der Nähe der Verbraucherinnen und Verbraucher.
– Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger von Datteln und Waltrop aktiv
eingebunden werden, beispielsweise durch Genossenschaften, die ihnen
die Teilhabe an günstigem Strom aus erneuerbaren Energiequellen ermöglichen.

Ein großer Teil der Fläche muss weiterhin für die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleiben, was auch die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte unterstützt. Unsere Kompromisslösung berücksichtigt sowohl die Interessen der Landwirtschaft als auch den Schutz des FFH-Gebiets Lippeauen und verbindet so Ökonomie und Ökologie. Eine weitergehende Lösung, die sowohl eine Industrialisierung als auch den Bau von Windkraftanlagen umfasst, lehnen wir jedoch entschieden ab.

Sozial. Vielfältig. Bunt. Gemeinsam für Datteln!

In der Stadt Datteln setzen sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für eine solidarische und gerechte Gesellschaft ein, in der alle Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter oder sozialem Hintergrund die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben. Eine vielfältige und inklusive Gesellschaft ist nicht nur ein Ziel, sondern ein zentraler Wert, den wir aktiv fördern und leben wollen. Wir verstehen sozialen Zusammenhalt als Basis für ein gesundes und lebendiges
Miteinander, in dem jede und jeder Einzelne, die Unterstützung und Anerkennung erhält, die er oder sie verdient.

Gleichwohl steht die Stadt Datteln vor vielfältigen Herausforderungen, die soziale Strukturen und unsere Lebensqualität maßgeblich beeinflussen. Finanzielle Engpässe, der anhaltende Fachkräftemangel und Kürzungen im Sozialbereich durch Bund und Land erschweren die Umsetzung wichtiger sozialer Projekte und belasten die soziale Infrastruktur. Unsere Lösungen setzen bei den Belangen der Menschen an und zielen auf eine soziale und ökologische Gestaltung der Quartiere.

Steigende Mieten sind zu einer der drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit geworden. Viele Familien finden keine bezahlbare Unterkunft in der Stadt. Das können wir nicht achselzuckend hinnehmen.

Das aktuell gültige „Gutachten zum Wohnraumbedarf in der Stadt Datteln“ stammt aus dem Jahr 2020. Damals hieß es: „In Datteln soll künftig mehr kommunaler und öffentlich geförderter Wohnraum entstehen.“ Als konzeptionelle Grundlage erarbeitete das Büro „ALP – Institut für Wohnen und Stadtentwicklung GmbH“ eine kleinräumige Analyse zur Ermittlung der Bedarfe sowie eine Standortanalyse: In seinem Fazit sah der Gutachter den dringenden Handlungsbedarf, die konzeptionellen und planungsrechtlichen Rahmenbedingungen für den Neubau
von 1.000 Wohnungen zu schaffen. Insbesondere für das Handlungsfeld bezahlbarer Wohnraum wurde empfohlen, beim Neubau im Mehrfamilienhaussegment eine Mischung von freifinanzierten und belegungsgebundenen Wohnungen anzustreben. Im preisgünstigen Wohnungsangebotssegment gebe es vor allem eine Nachfrage nach kleinen und mittelgroßen Wohnungen mit barrierearmer, seniorengerechter Ausstattung an integrierten Standorten mit einer guten und zukunftsfähigen Grundversorgung.

Der Bausektor spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, den Klimawandel zu bekämpfen und unsere Städte zukunftsfähig zu gestalten. In Datteln setzen wir auf eine moderne, nachhaltige und ressourcenschonende Bauweise, die sowohl den ökologischen Anforderungen gerecht wird als auch die Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger verbessert. Klimaneutrales Bauen, das den CO₂-Ausstoß minimiert und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen schont, ist dabei ein zentrales Ziel. Darüber hinaus möchten wir die Stadtentwicklung auf das Prinzip der Schwammstadt ausrichten, um den Herausforderungen des Klimawandels aktiv zu begegnen.

Handeln in sozialer Verantwortung


Ziel einer zukunftsfähigen Wohnbaupolitik muss es sein, den benötigten Wohnraum bedarfsgerecht, zielgerichtet und so flächensparsam wie möglich zu decken. In Datteln gibt es vor allem einen Bedarf an Mehrfamilienhäusern, insbesondere der Bereich der sozialen Wohnraumversorgung.

Der Vorrang einer flächensparenden Stadtentwicklung gilt auch für die Bereiche der Gewerbeflächenentwicklung und der Verkehrsentwicklung. Dabei verfügt Datteln über ausreichende Flächenreserven auf industriellen Altflächen.
Bei den Flächen für den Verkehr müssen wir darauf achten, dass nicht immer neue Flächen versiegelt werden und Natur zerstört wird. Die notwendige Verkehrswende sollte weitestgehend flächenneutral umgesetzt werden.

Das wollen wir angehen:

– Stärkung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft SEG durch Beauftragung der Wohnbauten
auf der Fläche der ehemaligen Ringschule
– Festhalten am 25-Prozent-Prinzip: mindestens ein Viertel einer Mehrfamilienhaus-
Baumaßnahme müssen sozial geförderte Wohnungen sein
– Förderung von klimaneutralem Bauen durch den Einsatz nachhaltiger
Materialien und energieeffizienter Technologien
– Nutzung des Schwammstadtprinzips, um Regenwasser effektiv zu speichern,
Überflutungen zu verhindern und das Stadtklima zu verbessern
– Unterstützung von Begrünungsmaßnahmen wie grünen Dächern und entsiegelten
Flächen zur Verbesserung der Luftqualität und Förderung der Artenvielfalt
– Ausbau von Regenwasserspeichern, Versickerungsanlagen und der Nutzung
von natürlichen Wasserkreisläufen zur effizienten Ressourcennutzung
– Stärkung der dezentralen, regenerativen Energieversorgung durch Solarenergie,
Wärmepumpen und Nahwärmenetze, um den CO₂-Ausstoß weiter zu reduzieren
und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu erhöhen.

Die Dattelner Innenstadt soll „zukunftsfähig“ werden. Das war das Leitbild, unter dem die Stadt 2016 angefangen hat, die Umgestaltung der Fußgängerzone, des Neumarktes und des Tigg zu planen. Was heißt heute „zukunftsfähig“? Ins neudeutsche übersetzt meinen die Planer und Fördermittelgeber damit nichts anderes als „klimaresilient“ oder besser verständlich „klimaangepasst“. Und Klimaresilienz erreicht man halt durch mehr Grün und mehr Wasser in der Innenstadt, also durch Wasserfontänen und Baumreihen. Insofern denken wir, dass alle Kommentare und Kritiken, die diesen wirklich grundsätzlichen Aspekt der Planungen nicht hinreichend berücksichtigen, meilenweit am Thema vorbeizielen.

Die hitzige Debatte der letzten Wochen verläuft zwischen den zwei Polen: Die Befürworter begrüßen die
vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung des Kleinklimas: sie dienen der Stärkung der Klimaresilienz in der Innenstadt durch das Einbringen von Wasser (Wasserspiele, Fontänenfeld) und zusätzlichem Grün (Pflanzung von Baumreihen auf dem Neumarkt und von zusätzlichen Bäumen auf dem Tigg), sie machen die Innenstadt attraktiver und lebenswerter. Einzelne Gruppierungen sorgen sich, dass die Klimaanpassungsmaßnahmen eine sinkende Frequenz in der Innenstadt, eine schlechtere Erreichbarkeit der Geschäfte in der Hohen Straße vor allem für mobilitätseingeschränkte Personen, mögliche Umsatzeinbußen oder einen Qualitätsverlust des beliebten Wochenmarktes zur Folge hätten.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN steht auf der Seite derer, die sagen, dass im Zuge des Innenstadt-Umbaus mehr Grün, mehr Wasser, mehr Sitzmöglichkeiten die Aufenthaltsqualität des Dattelner Zentrums erhöhen werden. Die innerstädtischen Straßen und Plätze sind nicht nur für den Autoverkehr wichtig, sondern sie dienen auch als öffentliche Räume für Aufenthalt und Kommunikation. Sie prägen das Stadtbild und beeinflussen die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner in unserer Stadt.

Verschiedene Plätze werden ihre jetzige Nutzung beibehalten, andere werden ihren Charakter verändern. So wird der Neumarkt Marktplatz bleiben, der Schemm wird sicherlich vor allem Parkplatz sein, die kleinen Plätze bei Johnny Canone und Nina´s Vinos werden zu Spielplätzen umgestaltet, und der Tigg: er wird zum Treffpunkt ohne allzu viel motorisiertem Verkehr umgestaltet werden. Der Verein „Lebendiger Tigg e.V.“ nutzt die Flächen bereits für so beliebte Veranstaltungen wie den Feierabendmarkt und den Weihnachtsmarkt.

Das wollen wir angehen:

– Die Dattelner Innenstadt nach den Plänen des Architekturbüros weihrauch+fischer umbauen
– Einen barrierefreien, fußgänger- und rollstuhlfreundlichen Bodenbelag verlegen
– Die Klimaresilienz in der Innenstadt durch mehr Wasser und Grün erhöhen
– Dem Neumarkt durch Wasser und Grün eine lebenswertere Atmosphäre verleihen
– Den Tigg autofrei gestalten

Ziel ist es, dass Menschen aller Generationen in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Der Bedarf an
Pflege wird steigen, doch die Kapazitäten in Heimen und ambulanten Diensten reichen nicht aus. Deshalb setzen wir auf ein starkes Netzwerk der Nachbarschaftshilfe. Helferinnen und Helfer übernehmen Aufgaben der Grundpflege und unterstützen im Alltag – von der Hilfe beim Einkaufen bis zur Betreuung. Das Netzwerk wird durch die Zusammenarbeit von Hausärztinnen und -ärzten, Apotheken und Pflegediensten gestärkt, sodass die Menschen in ihrer Nähe bestens versorgt sind.

Lebenswerte Quartiere sind grün, sozial und gesundheitsfördernd gestaltet. Die Menschen sollen sich in ihren Stadtteilen sicher und wohl fühlen und ein selbstbestimmtes Leben führen können – auch wenn sie Hilfe benötigen. Unsere grünen Quartierskonzepte schaffen Lebensqualität durch gesundheitsfördernde Maßnahmen, etwa kleine Parks und grüne Oasen, sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Das wollen wir angehen:


– Wir treten für ein umfassendes Netzwerk sozialer Hilfen und Beratungsstellen ein.
– Wir stehen zum Ausbau der Quartiersarbeit im Dattelner Süden.
– Mobile Beratungsteams sollen regelmäßig in alle Viertel der Stadt kommen und vor Ort
Unterstützung zu Pflegeleistungen, Entlastungsangeboten und Gesundheitsfragen bieten.
– Alle Menschen sollen Zugang zu den Gesundheits- und Pflegeleistungen haben,
die sie brauchen: Schutzsuchende Frauen, psychisch Erkrankte und suchtkranke
Menschen und Menschen in besonderen Lebenslagen soll der Zugang zu
notwendiger Unterstützung ermöglicht werden.
– Wir regen Stadtrundführungen für Neubürger an.
– Das Sicherheitsgefühl beeinflusst die Lebensqualität in den Quartieren erheblich.
Orte, an denen sich Menschen unsicher fühlen, müssen identifiziert und gezielt
umgestaltet werden, um sogenannte Angsträume zu reduzieren.
– Wir setzen uns für eine bürgernahe Sicherheitsstrategie ein, die auf präventive
Maßnahmen, eine bessere Beleuchtung und die Gestaltung öffentlicher Räume setzt.

Über 30 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich – sie sind das Rückgrat unserer Gesellschaft und tragen entscheidend zum sozialen Zusammenhalt bei. Auch in unsere Stadt könnte ohne ihre tatkräftige Unterstützung vieles nicht funktionieren. Doch Engagement braucht Anerkennung und Unterstützung!
Es ist auch unser Ziel, Ehrenamtliche sichtbar zu machen, ihre Arbeit wertzuschätzen und ihnen durch gezielte Maßnahmen den Rücken zu stärken.

Das wollen wir angehen:

– Wir wollen soziale Netzwerke und Nachbarschaften stärken und mit den
„Heimat-Schecks“ die kulturelle Identifikation und das Zusammenleben fördern.
– Ehrenamtliche, die mit ihrem Engagement das soziale Netz in Datteln
stärken, sollen ein „Kultur- und Bildungsticket“ erhalten, das ihnen den
Zugang zu Kultur-, Freizeit- und Bildungseinrichtungen ermöglicht.

Migration und Zuwanderung sind Teil unserer gesellschaftlichen Realität. Sie eröffnen Potenziale, wie die Bereicherung unserer Arbeitswelt durch Fachkräfte, die kulturelle Vielfalt und den Zugang zu neuen Perspektiven. Gleichzeitig bringen sie Herausforderungen mit sich: In den Einbürgerungsbehörden entstehen lange Wartezeiten, Integrations- und Sprachkurse sind nicht immer ausreichend zugänglich, und die Anerkennung von ausländischen Qualifikationen sowie die Vermittlung von Arbeitsplätzen stellen oft Hürden dar.

Das wollen wir angehen:

– Stärkung von Migrantenselbstorganisationen
– Dezentrales Angebot von Sprachkursen
– Einheitliche Organisation der Ausländer- und Einbürgerungsbehörden im Kreis
– Zentrale Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie

Armut und soziale Ausgrenzung betreffen viele Bürgerinnen und Bürger in Datteln. Die Stadt Datteln benötigt ein Konzept, das alle Menschen auf dem Arbeitsmarkt integriert – insbesondere jene, die aufgrund von Langzeitarbeitslosigkeit, Armut oder Migration erschwerte Startbedingungen haben. Der „Soziale Arbeitsmarkt“ bietet hier Chancen zur Wiedereingliederung und soll Menschen Perspektiven bieten, die vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind.

Das wollen wir angehen:

– Um diese Herausforderungen gezielt anzugehen, schlagen wir die Einrichtung einer Teilhabeund
Armutskonferenz für die Stadt Datteln vor. Diese Konferenz könnte als Plattform für
Austausch und Vernetzung dienen, an der Betroffene, soziale Akteurinnen und Akteure
sowie Expertinnen und Experten gemeinsam Maßnahmen zur Armutsbekämpfung entwickeln.
– Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die Integration zu stärken, möchten wir
Personalpools sowie spezialisierte Jobvermittlung und Beratungsangebote für Menschen
mit Migrationshintergrund schaffen.

Inklusion ist ein Schlüssel für eine gerechte Gesellschaft. Menschen mit und ohne Behinderung sollen gleichberechtigt leben, arbeiten und teilhaben können.

Wir brauchen ein Konzept, das
– ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglicht,
– Normalität und individuelle Förderung vereint,
– Barrierefreiheit und Teilhabe in allen Lebensbereichen fördert.

Die Entwicklung eines solchen Konzepts setzt eine enge Zusammenarbeit mit Betroffenen, Verbänden und Institutionen voraus. Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, das Teilhabe und Barrierefreiheit als Normalität verankert und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt.

Das wollen wir angehen:

– Den flächendeckenden barrierefreien Umbau öffentlicher Gebäude
– Die Förderung inklusiver Freizeit-, Bildungs- und Arbeitsangebote (Lebenshilfe integrative Freizeiten)
– Da wo es möglich ist, eine barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Nahverkehrs
schaffen, um Mobilität für alle sicherzustellen,
– Die Arbeit der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen (EUTB)
stabilisieren und unterstützen, damit sie als niederschwellige Anlaufstellen
und Wegweiser in ein selbstbestimmtes Leben dienen können.

Sozial. Vielfältig. Bunt. – Unser Weg für ein solidarisches Miteinander in Datteln


Wir setzen uns für eine Stadt ein, in dem soziale Gerechtigkeit, Vielfalt und Teilhabe für alle Menschen selbstverständlich sind. Mit konkreten Maßnahmen – wie dem Ausbau von Frauenhäusern und der Förderung inklusiver Angebote – schaffen wir die Grundlagen für ein solidarisches Miteinander. Die gezielte Unterstützung von Ehrenamtlichen, die Bekämpfung von Armut durch den sozialen Arbeitsmarkt und der flächendeckende barrierefreie Umbau öffentlicher Gebäude sind nur einige der Schritte, die wir angehen werden, um die Stadt Datteln zu einem Ort der Chancengleichheit, des Zusammenhalts und der sozialen Teilhabe für alle zu machen. Mit diesen Maßnahmen schaffen wir die Voraussetzungen für eine Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und jeder Mensch die Unterstützung erhält, die er oder sie braucht, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Klimagerechte und bezahlbare Mobilität für alle!

Alle Menschen sind in ihrem Alltag mobil – sei es auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder in der Freizeit. Wir GRÜNE setzen uns in der Stadt Datteln ein für eine Mobilität, die nachhaltig viel weniger CO₂-Emissionen erzeugt, für alle gerecht und bezahlbar ist und die Lebensqualität der Menschen deutlich verbessert. Sichere, saubere und leise Verkehrsmittel und eine gute Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum stehen im Mittelpunkt.


Die Stadt Datteln kann mit ihren stadteigenen Straßen eine Schlüsselrolle in der stadtinternen und lokalen
Mobilität einnehmen. Kurze Wege müssen leichter mit dem Rad oder auch zu Fuß erledigt werden können. Es
müssen so vor Ort passende Lösungen für spezifische Herausforderungen und Bedürfnisse entwickelt werden.
Die GRÜNEN wollen Lücken im Radwegenetz schließen, Rad- und Fußwege sicher, barrierefrei und attraktiv gestalten.


Der öffentliche Nahverkehr soll gut getaktet und bezahlbar sein auch zu Randzeiten und in Randgebieten. Innovative Mobilitätsangebote wie Car-Sharing, Bike-Sharing, „emissionsfreie Busse“ und Rufbusse z.B. müssen stärker gefördert werden. Wir wollen das eigene Auto so gut wie überflüssig machen. Weniger Autos bedeuten mehr Platz, saubere Luft und eine spürbar höhere Lebensqualität.
Gemeinsam treiben wir die Verkehrswende voran und gestalten eine klimafreundliche Stadt – vernetzt, modern und nachhaltig. Die Verkehrswende fängt vor der eigenen Haustür an.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen die Stadt Datteln zu einer fahrradfreundlichen Stadt machen, in der Radfahrende und zu Fuß Gehende sicher und bequem unterwegs sind. Rad- und Fußverkehr fördern die Gesundheit und sind umweltfreundlich. Die Verknüpfung mit dem öffentlichen Nahverkehr soll mehr Möglichkeiten schaffen.

Ein zentrales Ziel ist es, ein lückenloses Netz von Fahrradwegen im gesamten Stadtgebiet zu schaffen. Mit gezielten Investitionen in Rad-Servicestationen wollen wir die Infrastruktur für Radfahrerinnen und Radfahrer noch nutzerfreundlicher gestalten. Solche Servicestationen bieten Reparaturmöglichkeiten und weitere Annehmlichkeiten und machen das Radfahren attraktiver.

Die Idee der „letzten Meile“ werden wir durch Angebote wie das Verleihsystem Metropolradruhr stärken und fördern. Dieses System ermöglicht es, unkompliziert und flexibel Fahrräder für kurze Strecken zu nutzen, insbesondere in Kombination mit dem ÖPNV. Eine enge Verknüpfung dieser Angebote erleichtert Pendlerinnen und Pendlern den Umstieg vom Auto auf nachhaltige Verkehrsmittel und verbessert gleichzeitig die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen und Freizeitzielen.

Das wollen wir angehen:

– Schaffung eines lückenlosen Netzwerks von Fahrradwegen im gesamten Stadtgebiet
– Investitionen in Radservicestationen, die Reparaturmöglichkeiten bieten
– Förderung des Verleihsystems Metropolradruhr zur Unterstützung der „letzten Meile“
– Enge Verzahnung von Fahrradverleihsystemen mit dem öffentlichen Nahverkehr zur
Erleichterung des Umstiegs vom Auto auf nachhaltige Verkehrsmittel

Der motorisierte Individualverkehr in Deutschland steht vor einem grundlegenden Wandel. Klimawandel, begrenzte Flächen und wachsende Umweltbelastungen machen eine Neuorientierung zwingend erforderlich. Wir streben eine umweltfreundliche, effiziente und zukunftsfähige Mobilität an – mit möglichst emissionsarmen Verkehrsmitteln, die nicht nur den Klimaschutz fördern, sondern auch die Lebensqualität aller Bewohnerinnen und Bewohner verbessern.

Flächen des Autoverkehrs sollten teilweise für den Ausbau des ÖPNV, den Radverkehr und barrierefreie Fußwege genutzt werden. Ein attraktiver, eng getakteter ÖPNV, ein sicherer Ausbau der Radwege sowie barrierefreie Gehwege sind entscheidend, um klimafreundliche Mobilitätsformen zu fördern. Zur Verknüpfung dieser Alternativen setzen wir auf Mobilitätsstation an zentraler Stelle z.B. am Neumarkt. Diese Station soll verschiedene Verkehrsmittel wie Leihräder, Lastenleihrad, „Carsharing-Angebote“ und den ÖPNV miteinander verbinden und den Zugang zu klimafreundlicher Mobilität erleichtern.

Straßenneubauprojekte wie die B474n stehen im Widerspruch zu den Zielen einer nachhaltigen Mobilität. Sie erhöhen die Flächenversiegelung, das Verkehrsaufkommen und die Emissionen, anstatt diese zu verringern. Wir lehnen solche Projekte entschieden ab und setzen stattdessen auf die Optimierung bestehender Verkehrswege sowie die konsequente Förderung nachhaltiger Verkehrsmittel.

Klimafreundliche Verkehrsangebote
Zentrales Ziel der Verkehrswende ist die Reduzierung von CO₂-Emissionen. Deshalb setzen sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein für ein modernes, zuverlässiges und gut ausgebautes öffentlichen Nahverkehrsnetz. Ein attraktiver ÖPNV ist das wichtigste Instrument, um ein flächendeckendes, modernes und klimafreundliches Verkehrsangebot sicherzustellen. Er ist unverzichtbar für die Verkehrswende, stärkt den Klimaschutz und verbessert nachhaltig die Lebensqualität. Ziel ist es, allen Menschen in Datteln eine echte Alternative zum Auto zu bieten.

Das X-Bus-Konzept bietet eine solide Grundlage, die die GRÜNEN weiterentwickeln und ausbauen möchten. Eine der ersten X-Bus-Linien verbindet Datteln mit der Uni Dortmund. Junge Menschen sollen die Chance haben, Universitäten schnell zu erreichen. Die GRÜNEN wollen eine spürbare Taktverdichtung – idealerweise mindestens ein Bus alle 30 Minuten – sowie die zuverlässige Anbindung von Randgebieten. Insbesondere in den Abendstunden wollen wir den Takt deutlich verbessern, damit auch abends Pendlerinnen und Pendler, Jugendliche und andere Nutzerinnen und Nutzer komfortabel und sicher unterwegs sein können.

Für die Erschließung von Randgebieten in unserer teilweise ländlich geprägten Stadt setzen die GRÜNEN auf flexible Lösungen wie On-Demand-Taxis, Rufbusse und Bürgerbusse. Diese Angebote gewährleisten Mobilität auch in ländlichen Bereichen und ermöglichen allen Menschen in Datteln gleichwertige Teilhabe.

Barrierefreiheit hat hohe Priorität. Der barrierefreie Ausbau von Haltestellen soll sicherstellen, dass alle Menschen, unabhängig von Alter, Behinderung oder Lebenssituation, den ÖPNV problemlos nutzen können. Dies sorgt für eine inklusive Mobilität.

Ein attraktiver ÖPNV bedeutet nicht nur gute Verbindungen, sondern auch faire und erschwingliche Preise. Hier setzen sich die GRÜNEN für eine Tarifstruktur ein, die Bus und Bahn für alle Bürgerinnen und Bürger finanziell attraktiver macht.

Zudem setzen wir auf den flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, hier insbesondere auf Schnellladesäulen bis zu 300 KW. Strategisch wichtige Standorte wie Einkaufszentren und Wohngebiete sollen vorrangig ausgestattet werden, idealerweise mit Ökostrom, um emissionsfreie Mobilität zu stärken.

Ergänzend spielt Wasserstoff eine Schlüsselrolle, insbesondere im Schwerlastverkehr, wo batteriebetriebene Fahrzeuge oft an ihre Grenzen stoßen. Eine Wasserstofftankstelle für Frachtschiffe am Kanal muss, damit nachhaltige Mobilität zur ersten Wahl wird, priorisiert gefördert werden.

Nutzung des Schienennetzes für den Personenverkehr
Die Verkehrswende braucht ein gut ausgebautes regionales Schienennetz. Schnelle, direkte und zuverlässige Zugverbindungen erleichtern den Alltag der Menschen – ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit. Sie bieten eine klimafreundliche Alternative zum Auto, reduzieren den Straßenverkehr und verbessern die Lebensqualität durch weniger Lärm und saubere Luft. Die Integration der Stadt Datteln in das Schienennetz des Ruhrgebiets ermöglicht es, den Pendlerverkehr effizienter zu gestalten und gleichzeitig den Wirtschaftsstandort zu stärken.

Die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen und Freizeitangeboten im gesamten Ruhrgebiet wird verbessert. Grundsätzlich ist es unser Ziel, dass Datteln in das Schienennetz des Ruhrgebiets eingegliedert wird und schnell erreichbar ist.

Das wollen wir angehen:

– Reduzierung von CO₂-Emissionen im Verkehr durch den Ausbau emissionsarmer Verkehrsmittel
– Einsatz für einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr, der die wirtschaftlichen Zentren-
der Region verbindet
– Anbindung an das Schienennetz
– Ausbau der Radwege
– Bau von Radservice-Stationen und E-Bike-Ladestationen
– Flächendeckender Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität an strategisch
wichtigen Standorten: Einkaufszentren, Wohngebiete), idealerweise mit Ökostrom
– Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur, z.B. Tankstelle für Frachtschiffe am Kanal
– Förderung nachhaltiger Mobilität durch Priorisierung des Ausbaus von ÖPNV,
Radwegen und barrierefreien Fußwegen
– Umnutzung von Flächen des Autoverkehrs für den Ausbau des ÖPNV und
klimafreundlicher Verkehrsinfrastruktur
– Einrichtung von Mobilitätsstationen an zentralen Knotenpunkten (z.B. Neumarkt),
die verschiedene Verkehrsmittel (Leihräder, Carsharing, ÖPNV) verknüpfen
– Ablehnung von Straßenneubauprojekten wie der B474n, die die
Flächenversiegelung und Emissionen erhöhen

Unsere Vision ist eine Stadt Datteln, die die Herausforderungen der Mobilität mit innovativen und umweltfreundlichen Konzepten meistert. Mit einer klaren Priorisierung emissionsarmer Verkehrsmittel gestalten wir eine lebenswerte Zukunft für alle.

Weitere Themen aus dem Wahlprogramm folgen. Das komplette Wahlprogramm ist hier abrufbar.