Radtour Brambauer Mengede

Auf Spurensuche …

Radtour über Brambauer nach Mengede


Start und Ziel: Parkplatz der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln (Länge 42 km)

Wir starten unsere Tour vom Parkplatz der Kinderklinik, wir fahren die Herdieckstraße in Richtung Dortmund-Ems-Kanals und kreuzen den Kanal auf der Löringhofbrücke. Nach der Brücke steuern wir nach links, auf dem Betriebsweg der Wasser- und Schiffahrtverwaltung gelangen wir an den Datteln-Hamm-Kanal und dort kurz hinter den Widerlagern einer nie gebauten B 474n vor die Brücke der Verbandsstraße von Datteln nach Waltrop. Wir halten uns rechts, fahren zur Hauptstraße, die wir kreuzen. Wir radeln auf der gegenüberliegenden Friedhofstraße, vorbei am Milchhof Billmann. Kurz vor der Kanalbrücke - die Straße verläuft hier auf gleicher Höhe mit dem Betriebsweg des Kanals – wechseln wir zurück auf den Kanalweg. Vorbei an Gut Wilbringen (rechts) und dem Steinkohlekraftwerk Trianel (auf der anderen Kanalseite) kommen wir nach Lünen. Am Knotenpunkt 26 – auf Höhe der Fahrradbrücke über den Datteln-Hamm-Kanal – biegen wir ab nach rechts und fahren die Anhöhe hinauf – Tockhausen und Stellenbachstraße – in den Bereich des ehemaligen Schachts IV der Zeche Achenbach, dem heutigen Technologiezentrums Lünen. An der ersten Kreuzung biegen wir ein in die Straße Am Brambusch, recht bald sehen wir links gewerblich genutzte Gebäude, u.a. das sog. Colani-Ei und den „schwarzen Kubus“. Geradeaus käme man auf die Halde Tockhausen, wir aber fahren nach links in Richtung Technologiezentrum und LünTech-Café.









Technologiezentrum Lünen


Auf dem Gelände der 1990 stillgelegten Kohlenzeche Minister Achenbach IV befindet sich die Wirtschaftsförderungszentrum Lünen GmbH und das Lüner Technologiezentrum LÜNTEC. Hier haben die Wirtschaftsförderung sowie Start-Ups aus der IT- und Softwarebranche und Unternehmen der Kreislauf- und Gesundheitswirtschaft ihren Sitz. Eines der beliebtesten Fotomotive in Lünen ist der futuristisch gestaltete Lüntec-Tower, auch Ufo oder Colani-Ei genannt. Seit Mai 1995 krönt ein Ellipsoid den Förderturm der ehemaligen Schachtanlage in 37 Meter Höhe. Entworfen vom Designer Professor Luigi Colani, ist es ein Symbol für den Strukturwandel in Lünen. Mit 20 Meter im Durchmesser und einer Höhe von 8,5 Meter bietet es eine Nutzfläche von 300 Quadratmetern. 2008 wurde das Ensemble um den Schwarzen Kubus ergänzt, der die Büroflächen des Technologiezentrums erweitert.




Wir verlassen das Technologiezentrum auf einer schmalen Trasse zwischen den Häusern. Hier verlief einst eine Seilbahn, die die Schachtanlage IV mit dem Areal der Schachtanlage Achenbach I/II verband. Sie führt uns zwischen den rechts und links liegenden Gärten der ehemaligen Zechenhäuser zur Waltroper Straße, dort wo sich vor uns die Wittekind-Grundschule und die Herz-Jesu-Kirche erheben.


Wittekindschule

Eindrucksvoll erhebt sich zur Waltroper Straße das Eingangsportal des zwischen 1905 und 1910 erbauten Schulgebäudes. Das imposante zweigeschossige Gebäude, ein mehrflügeliger Komplex mit Innenhof, steht heute unter Denkmalschutz und ist ein prägendes Element der Ortsmitte von Brambauer. Mit seinen Walmdächern hat es immer noch eine Atmosphäre, die viele neue funktionale Großbauten nie ausstrahlen können. Die Fassaden der Gesamtanlage sind lebhaft durch Backsteinflächen und –lisenen mit dazwischen liegenden Putzgefachen gegliedert. Ineinander fließende Rundbögen wechseln sich mit hellgeputzten Flächen ab. Und die Spitzbogenfenster des Erdgeschosses lassen deutlich den neugotischen Einfluss erkennen. Ab Ostern 1906 konnten die ersten Kinder in der damals katholischen Volksschule „Auguste-Victoria“ unterrichtet werden. Nach ständiger Erweiterung des Gebäudes besuchten 1910 bereits 1300 Kinder die Schule.

Wittekindschule in Lünen-Brambauer

Katholische Herz-Jesu-Kirche

Dieser stattliche Neubarockbau ist in zwei Abschnitten, 1922-23 und 1927-28, nach Plänen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg errichtet worden. Die beiden Architekten Prof. Becker, Mainz, und Falkowski haben die Kirche zwar in historischen Bauformen gestaltet, sich aber auch vom zeitgenössischen Expressionismus beeinflussen lassen. Durch äußere Lisenen ist die Gliederung des Langhauses in fünf Joche ablesbar. Der eingezogene Chor im Westen schafft mit einem abgeflachten Bogen einen auffälligen Abschluss, seitlich ist je ein Sakristeianbau quergestellt. Im Osten ist der wuchtige Turm von hohen Seitenkapellen flankiert, so dass ein Querriegel zum Langhaus entsteht. Die Ecken des Turmes sind gefasst, der kupfergedeckte Turmhelm geht in eine bekrönende Dachlaterne über. Die Kirche wurde 1986 unter Schutz gestellt; die neubarocke Ausstattung ist 1963 entfernt worden.



Wir kreuzen die Waltroper Straße und folgen der Seilbahntrasse bis zur Zechenstraße; unterwegs queren wir die stark befahrene Mengeder Straße. Hier lag der Bereich der Schachtanlage Achenbach I/II. Wir biegen ab nach links, im Scheiter der nächsten Rechtskurve biegen wir ab nach links in die Straße Am Holzplatz, die uns am Hundeplatz der Hundefreunde Lünen vorbeiführt und schnell in die das Gewerbegebiet umgebende Haldenlandschaft eintauchen lässt. Am Ende der Strecke stoßen wir auf ein geschlossenes Tor, doch links erlaubt uns eine kleine Öffnung die Durchfahrt. Ca. 100 Meter weiter beginnt links auf einem gut befahrbaren Schotterweg die Auffahrt zur Halde Groppenbruch, die wir mit unseren Rädern erklimmen.


Halde Groppenbruch


Die etwa 18 ha große Halde Groppenbruch liegt eingerahmt zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal, der Autobahn A2 und der Elsa-Brändström-Landstraße neben dem ehemaligen Schacht VII der Zeche Minister Achenbach. Auf ihrem höchsten Punkt ist die Halde etwa 94 m über NN hoch und überragt den Parkplatz am Kanal um etwa 20 Meter. Große Steinblöcke bilden dort einen einladenden Rastplatz Auch wenn die Halde Groppenbruch niedriger ist als die benachbarte Halde Minister Achenbach I/II (124 Meter über NN), so befindet sich auf dem Gipfel ein sehr schöner Aussichtspunkt - mit Blick nach Dortmund und in die Umgebung der Mengeder Heide. Zu sehen ist die Skyline der Großstadt, der Fernsehturm Florianturm im Westfalenpark und auch der markante Hammerkopfturm der Zeche Minister Stein. Auf der anderen Seite können wir bis nach Datteln schauen und sehen Datteln 4. Davor breitet sich eine für das Ruhrgebiet in vielen Köpfen ungläubige Szene mit viel Landwirtschaft, Bauernhöfen und Fachwerkhäusern aus.

Vom Gipfel der Halde fahren wir wieder bergab ins Tal, dort wo wir von rechts gekommen sind, fahren wir jetzt geradeaus, am Fuße der Halde folgen wir dem asphaltierten Weg nach links. Auf Höhe des Parkplatzes wechseln wir vorsichtig auf die stark befahrene Hauptstraße Königsheide, um auf ihr die Kanalbrücke zu überqueren. Hinter der Brücke biegen wir links ab, tauchen auf der Straße Im Siesack zunächst ein in ein kleines Gewerbegebiet mit Hafenanlage, dann unterqueren wir die Autobahn A2 und folgen der Straße halbrechts für eine Weile, bis wir die Altmengeder Straße erreichen. Nach rechts abgebogen folgen wir ihr bis zur zweiten Abzweigung nach links. Wir stoßen hier auf einen schmalen, naturbelassenen Weg, der uns direkt zur Emscher und unter einer großen Straßenbrücke hindurch zur Straße Eckei führt. Hier biegen wir links ab, queren die Emscher und biegen sofort nach rechts ab auf den Emscher-Radweg. Nachdem wir zwei Straßem gekreuzt haben, folgen wir einem schmalen Weg zwischen kleinen Gewerbebetrieben zur Hauptstraße (Waltroper Straße). Auf der gegenüberliegenden Seite schimmern bereits die Häuser der alten Freiheit Mengede und die Mauern der Ev. Kirche durch die Bäume.





Evangelische St.-Remigius-Kirche Mengede


Die Ev. St. Remigiuskirche zählt zu den ältesten Kirchen Westfalens. Bis zur Reformation gehörte die 1250 errichtete Kirche gehörte Erzbistum Köln. Nach der Reformation ging sie 1672 an die evangelische Gemeinde über. Die typisch westfälische Hallenkirche wurde als dreischiffige, einjochige Kirche mit Querschiff, Chorquadrat und Westturm errichtet. Sie weist sowohl romanische als auch gotische Züge auf. 1866 wurde der Westturm der Kirche neu errichtet. Um 1900 erfolgte der Anbau des südlichen Chores. Namenspatron der Kirche ist Remigius von Reims, der auch als Ortspatron Mengedes gilt.


Der Wiedenhof


Rund um die Kirche liegen zahlreiche Fachwerkhäuser, sie werden als Widum oder Wiedenhof bezeichnet. Früher bezeichnete man mit Widum das Kirchengut, das vom Pfarrer bewirtschaftet wurde, um seinen Lebensunterhalt sicherstellen zu können. Der Bau des Mengeder Wiedenhofs geht auf das späte 12. Jahrhundert zurück, die Gebäude im südlichen Teil stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert.


Wir verlassen den Bereich des mittelalterlichen Mengede über die Freihofstraße, biegen nach links ab in die Siegenstraße, fahren dann geradeaus in die Straße Am hohen Teich und biegen in die erste Straße rechts ab, die Rigwinstraße. Sie bringt uns zum Busbahnhof und zum markanten Klinkerbau der Jeanette-Wolff-Schule und des Mengeder Saalbaus.


Mengeder Saalbau und Jeanette-Wolff-Schule


Die ehemalige Hohenzollernschule sowie der als Turnhalle geplante, im Verlauf des I. Weltkrieges fertiggestellte, heute städtische Saalbau bilden eine architektonische Einheit. Dieser beiden den Marktplatz flankierenden, langgestreckten Baukörper dominieren den Markt in südlicher Richtung. Ein kampanileartiger, mächtiger Turm beherrscht das Bild seiner Umgebung. Die anschließenden Arkaden verbinden den zweigeschossigen Saalbau mit dem Bau der dreigeschossigen, heutigen Hauptschule





Das sich entlang des Marktes erstreckende Gebäude der heutigen Jeanette-Wolff-Hauptschule ist an der Rigwinstraße abgewinkelt und durch Arkaden mit dem anschließenden städtischen Saalbau verbunden. Die Architekten Dietrich und Karl Schulze planten das Gebäude als „Volksschule mit 32 Klassen“ für die Gemeinde Mengede. Am 21.06.1916 wurde das Gebäude als Hohenzollernschule eingeweiht. Es wirkt durch seine sparsame Fassadengliederung durch Gesimse, Sockel- und Pfeilervorsprünge, einen runden Treppenturm und eigenwillig gestaltete Dachhäuschen. Der nördliche Teil des Gebäudes mit dem zweiten Treppenturm wurde nicht ausgeführt.

Wir fahren durch den Torbogen in den Bereich des Mengeder Markts und einer kleinen Parkanlage , die gesäumt wird vom Eiscafé Dolomiti und dem Symbol Café. Gute Einkehrmöglichkeiten.

Nach einer kleinen Einkehr schieben wir die Räder in Richtung Amtshaus. Rechts hinterm Amtshaus folgen wir der Remigiusstraße, die uns zur Kath. Pfarrkirche führt.


Kath. Pfarrkirche St. Remigius Mengede


Mit dem Abteufen der Zechen Adolph von Hansemann und Westhausen (Förderung ab 1872) wandelten sich die landwirtschaftlich geprägten Dörfer zu industriellen Stadtteilen. Mitte des 19. Jahrhunderts war die katholische Gemeinde in Mengede so weit angewachsen, dass das Kirchlein zu klein geworden war. Den Bauplatz schenkte Graf Droste zu Vischering 1873 der Gemeinde, nachdem er die einzelnen Flurstücke vorher erworben hatte. Kurz darauf, 1875/76 wurde die katholische Pfarrkirche St. Remigius Mengede nach Plänen des Privatbaumeisters Gustav Adolf Fischer aus Barmen als neugotische, dreischiffige Hallenkirche mit Kreuzrippengewölben, Vierungsjoch und 2 schmalen Querhausjochen erbaut. Nach dem Entwurf der Dortmunder Architekten Düchting und Jänisch wurde sie 1900/1901 durch einen Westturm mit seitlichem und einem vorgelagerten Mittelschiffsjoch erweitert. Nach Osten bildet ein Sternrippengewölbe mit 3/8 Chorschluss und seitlichen Sakristei-Anbauten den Abschluss. An die Pfarrkirche ist ein Gemeindehaus und das Pfarrhaus angegliedert. Das Haus der offenen Tür und der Kindergarten befinden sich in unmittelbarer Nähe. St. Remigius ist heute Teil des Pastoralverbundes Dortmunder Nord-Westen.

Von der Kirche fahren wir auf der Jonathanstraße und dem nur für Fußgänger und Radfahrer vorbehaltenen Verbindungsweg zum Burgring. Rechter Hand an der Ampelanlage halten wir uns links und biegen in die Siegenstraße. Da der Emscher-Radweg an dieser Stelle zur Zeit wegen umfangreicher Bauarbeiten am Hochwasserrückhaltebecken Ickern gesperrt ist, nehmen wir die ausgeschilderte Umleitung in Richtung Emscherhof. Vor Erreichen des Emscherhofs halten wir uns links und steuern das Blaue Klassenzimmer an.

Am Hof Emscher-Auen bieten die drei Schlafkabinen aus Betonröhren des Künstlers Andreas Strauss Übernachtungs-Möglichkeiten. Ein Unterstand aus Wellblechstahl, subtil und künstlerisch in die Landschaft eingefügt, erlaubt den Blick auf Flora und Fauna. In der Nähe des Hofes kann nun auch an einem Blauen Klassenzimmer im Freien geforscht und die Natur erkundet werden. Entstanden ist der Freiluft-Lernort im Zuge der gemeinsamen Kooperation „Gesund an der Emscher!“ zwischen KNAPPSCHAFT und Emschergenossenschaft. Wie ein kleines Amphitheater bilden Natursteine einen Halbkreis am Ufer der Emscher. Schul- und Kindergartenkinder lernen hier die Flora und Fauna kennen. Gleichzeitig ist das Blaue Klassenzimmer auch ein Anlaufpunkt für Radfahrende und Spazierende, die hier die Ruhe und Erholung in der Natur genießen können.

Wir machen uns so langsam auf den Heimweg. Wir überqueren die Emscher auf der Holzbrücke, biegen nach rechts ab auf den Emscher-Radweg, der uns über die Horststraße und die Emscherstraße zur Ickerner Straße bringt. Hier nehmen wir nicht den gegenüberliegenden Weg, sondern fahren nach rechst über die Emscher, bevor wir dann links den Weg auf der rechten Seite der Emscher nehmen. Er bringt uns sicher bis zur Wartburgstraße, ihr folgen wir nach rechts über die Kanalbrücke. Eine abschließende Einkehr bietet sich an entweder im Il Gambiero oder bei Hölter. Zurück nach Datteln geht es dann durch Becklem und entweder durch Horneburg oder durch Meckinghoven. (42 km)



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